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Liebe Gemeinde,

da braut sich was zusammen, so sagt man es, wenn dunkle Gewitterwolken am Himmel aufziehen.

Solche Zeichen wissen wir zu deuten, können das Geschehen aber nicht verhindern. Genauso kann man mit diesem Satz aber auch eine schlechte Entwicklung in der Zukunft meinen.    
So fragt sich wohl mancher in diesem Herbst, ob sich eine vierte Corona-Welle zusammenbraut und wie schlimm sie wird? Auch mit der Bundestagswahl fürchten Menschen das, was sich da zusammenbrauen könnte an neuen Mehrheitsverhältnissen. Die Furcht ist da: was braut sich zusammen? 
Auch in der Bibel lesen wir davon, wie sich Menschen vor dem fürchten, was sich da zusammenbraut:
Als nun aber der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der Herr auf den Berg herabfuhr im Feuer; und der Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte sehr. (2.Mose 19,16+18)
Es ist nicht nur ein Gewitter, das da beschrieben wird, sondern Gottes Erscheinen!
Dieser Gott muss sehr mächtig sein, wenn die Natur seine Gegenwart so ausdrückt! Ein Gott, vor dem man sich lieber fern hält:
Und alles Volk wurde Zeuge von dem Donner und Blitz und dem Ton der Posaune und dem Rauchen des Berges. Als sie aber solches sahen, flohen sie und blieben in der Ferne stehen und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen hören; aber lass Gott nicht mit uns reden, wir könnten sonst sterben. (2.Mose 20,18)
Gottes Erscheinen macht Angst, weil es so mächtig und gewaltig ist. Wie bei einem Gewitter versuchten Menschen, lieber Abstand zu gewinnen. Der Gegenwart Gottes ist man sonst schutzlos ausgeliefert. Doch nicht immer wird Gottes Gegenwart so beschrieben: 
Der Herr sprach (zu Elia): Geh her-aus und tritt hin auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR wird vorübergehen. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging hinaus und trat in den Eingang der Höhle. Und siehe, da kam eine Stimme zu ihm und sprach: Was hast du hier zu tun, Elia? (1.Könige 19,11-13)

Am Himmel können wir die Zeichen deuten, die auf ein Gewitter hinweisen.
Erkennen wir auch, wann Gott sich in unserem Leben bemerkbar macht?
Manchmal gewaltig und laut, manchmal leise und unscheinbar. Beides gehört zu Gott: sein gewaltiges Erscheinen, das seine Macht und Größe deutlich macht als Schöpfer des Himmels und der Erde, aber auch seine Sanftheit und leise Zuwendung, die wir nur wahrnehmen, wenn wir aufmerksam sind.
An Erntedank bedanken wir uns für seine Zuwendung und Gegenwart im vergangenen Jahr, sichtbar in der Ernte, unsichtbar im Segen auf unserem Leben: Gesundheit, Bewahrung, Gelingen.    
Wir machen uns bewusst, was wir alles ihm verdanken und staunen über das, was er uns schenkt. So manches hat sich da zusammen-gebraut! 
Wer mit dankbaren und staunenden Augen durchs Leben geht, wird die Anzeichen schneller erkennen, wo sich was zusammenbraut, nämlich Gottes Gegenwart für uns!    
Und das braucht uns keine Angst machen!
In allem, was sich zusammenbraut: Bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Birgit Sichert
 

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