St. Wendelin und Sixtus

Die Geschichte der St. Wendelin Kirche in Lehengütingen

Wie aus urkundlichen Quellen hervorgeht, bestand schon ums Jahr 1471 in Lehengütingen eine Kapelle. Diese Kapelle, dia anfangs zur Probstei Ellwangen gehörte und ziemliches Ansehen genoß, wurde später der Pfarrei Halsbach einverleibt. Als Wallfahrtskapelle wurde sie dem Heiligen St. Wendelin geweiht.

Das die Kapelle St. Wenelin geweiht war, hängt damit zusammen, dass schon seit Jahrhunderten die Schafzucht um Dinkelslbühl einen sehr hohen Stellenwert hate. Wendelin gilt als der Patron der Hirten und Landleute.

Der erste Geistliche an der Kapelle zu Lehengütingen war Johann Wiersing aus Ansbach (1488-1515) - noch katholisch. Ob Alexander Rohrbach oder Balthasar Hillemeyer der erste evangelische Pfarrer war, geht aus den geschichtlichen Unterlagnen nicht ganz klar hervor. Fest steht nur, das Letzterer im Jahre 1527 nach Lehengütingen kam und von seimen Nachfolger Johann Lechlin im Jahre 1530 abgelöst wurde. Es hat den Anschein, dass im Jahre 1527 Lehengütingen selbstständige Pfarrei wurde.

"Die Heiligen haben abgenomen" das war der Notruf in und nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Das Vermögen des "Heiligen" St. Wendelin war nicht mehr ausreichend, die hiesige Kirche immer in gutem baulichen Zustand zu erhalten. Wohl hatte das Gotteshaus den Dreißigjährigen Krieg überstanden, aber die Gemeindeglieder waren durch die kriegerischen Zeiten und schweren Heimsuchungen verarmt und zum Teil auch abgezogen. Das im Jahre 1520 erbaute Pfarrhaus wurde 1645 ein Opfer des Krieges. Als dann auch noch Lehengütingen keinen eigenen Pfarrer hatte und von Schopfloch aus betreut wurde kam die Kirche arg in Verfall.

Am 1. Juli 1687 bittet die Gemeinde in einem Brief an den Marktgrafen, dass die Kirche notdürftig repariert werden solle und so vor dem Einfallen geschützt werden sollte. Erst 1735 ist zu lesen, dass die Kirche ausgebessert wurde. Die Kosten hierfür trugen die Gemeindemitglieder zu großen Teilen selber. Diese Kirchenrenovierung scheint aber sehr gründlich ausgeführt worden zu sein, denn bis zum Jahre 1836 findet sich in den vorhandenen Akten und Rechnungen keine Mitteilung über weitere bauliche Maßnahmen. Lediglich im Jahre 1801 wurde eine neue Kirchenuhr angeschafft.

Weil in der Mitte des 19. Jhrd die Gemeinde an Seelenzahl zunahm, die alte Kirche immer baufälliger wurde und auch räumlich wohl nicht mehr ausreichte wurde im September 1878 die "alte" Kirche abgebrochen, um einem Neubau Platz zu machen. Am 8. Mai 1881 - am Sonntag Jubilate - dem alten und jetzt auch neuen Kirchweihfesttage fand die feierliche Einweihung der neuen Kirche statt. Eine neuerliche Renovierung fand nochmal in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts statt. Seit dem wurde an der St. Wendelin und Sixtus Kirche nichts mehr verändert.